Der Border Collie ist von der Abstammung her ein Hütehund, wird aber immer häufiger als Familienhund gehalten. Er ist ein Arbeitstier und deshalb nicht für ein gemütliches Leben geeignet. Er benötigt körperliche und geistige Beschäftigung. Der Border Collie ist somit der perfekte Partner für alle Menschen, die ein aktives Leben mit einem Vierbeiner führen wollen. Mehr Informationen zur spannenden Hunderasse gibt es in diesem Artikel.

Auch im Winter ist der Border Collie aktiv

Der Charakter des Border Collies

Die Border Collie Eigenschaften leiten sich von seinem ursprünglichen Zuchtziel ab. Er wurde zum Schafhüten gezüchtet. Dazu ist es nötig, dass er sich sehr am Schäfer orientiert und keines seiner Kommandos (die oft in Form von verschiedenen Pfiffen gegeben werden) überhört, aber andererseits auch Eigeninitiative entwickelt, wenn sich Schafe selbstständig machen. Er muss auch genug Selbstbewusstsein besitzen, um ein störrisches oder vielleicht sogar angriffslustiges Schaf zur Raison bringen zu können.

Das alles sorgt dafür, dass der Border Collie gehorsam und arbeitswillig, aber auch eigenständig und selbstbewusst ist. Das kann dazu führen, dass ein Border Collie auch mal eigene Wege geht, wenn er es für nötig erachtet und die Anweisungen seines Besitzers unklar sind. Er braucht Erziehung und Auslastung.

Und er muss lernen, Pausen zu machen. Ein Border Collie würde bis weit über die Erschöpfungsgrenze weiter arbeiten, wenn es ihm abverlangt wird. Deshalb muss der Besitzer ihn zwar auslasten, aber nicht ununterbrochen. Eine Zeit der Arbeit, und zwar körperlich und geistig, der eine Zeit der Ruhe folgen muss. Ein Border Collie ist ein Arbeitsjunkie, deshalb ist das Wort Pause ein wichtiges Kommando, das er ebenfalls lernen muss.

Wird ein Border Collie nicht ausgelastet, kann er sich leicht Unarten angewöhnen. Zum Beispiel Schuhe oder Kleidungsstücke seiner Menschen sammeln und gegebenenfalls zerstören. Oder seine Familie als seine Schafherde ansehen, die er zusammenhalten und nach außen beschützen muss. Und sollte sich eines seiner „Schafe“ störrisch zeigen, dann kann er auch mal schnell mit einem kurzen Kneifen in die Arme oder Beine seinem Befehl Nachdruck verleihen.

Mittlerweile gibt es zwei Zuchtlinien beim Border Collie. Die eine Linie ist die Arbeitslinie. Einen Border aus der Arbeitslinie sollte sich wirklich nur ein Schäfer oder jemand anschaffen, der tatsächlich seinen Collie als Arbeitshund halten möchte. Die zweite Linie, die Showlinie, versucht, etwas ruhigere Hunde zu züchten. Aber auch die Hunde dieser Linie wollen noch ausreichend beschäftigt werden.

Kurzinfo zu Border Collie Mischlingen

Bei der Kreuzung mit anderen Rassen setzen sich beim Border Collie Mischling oft dennoch die Border Collie Eigenschaften durch. Ein Border Collie Mix ist oft ebenso ein Temperamentsbündel wie ein reinrassiger Border Collie.

  • Ein Schäferhund Border Collie Mischling ist ein intelligenter, hochmotivierter Arbeitshund.
  • Ein Labrador oder Golden Retriever Border Collie Mix ist meistens freundlich und genügsam, aber mit deutlich mehr Elan ausgestattet als die eingekreuzten Rassen aufweisen.
  • Ein Pudel Border Collie Mix gilt als idealer Familienhund. Zudem kommt bei diesem Border Collie Mischling noch hinzu, dass er oft das Fell des Pudels erbt und von daher gar nicht bis wenig haart.
  • Einen ganz besonderes Energiebündel holt man sich ins Haus, wenn man einen Aussie Border Collie Mix wählt. Denn hier fallen die Eigenschaften von zwei äußerst agilen und arbeitswilligen Rassen zusammen.

Border Collie, der durch Wasser rennt

Äußeres Erscheinungsbild des Border Collie

Auch wenn inzwischen ein Standard festgelegt ist, lässt er doch etliche Variationen zu. Es sind viele Farbschläge erlaubt: schwarz, braun, rot, alle mit weiß vermischt, blue merle oder red merle, um nur einige zu nennen.

Einfarbige Hunde sind extrem selten. Weiß darf nie die vorherrschende Farbe sein, ansonsten ist nahezu alles erlaubt. Das Fell ist entweder mittellang oder kurz. Das Gewicht liegt zwischen 14 und 20 Kilogramm. Ein Rüde kann ein Stockmaß von 53 Zentimetern erreichen, Border Collie Hündinnen bleiben meistens etwas kleiner (interessant dazu unser Artikel „Wann ist ein Hund ausgewachsen?„).

Optimale Haltungsbedingungen des Border Collie

Ein Border Collie kann drinnen und draußen gehalten werden, wichtig ist allein, dass er genügend ausgelastet wird und Kontakt zu seinen Besitzern hat. Er braucht regelmäßige Spaziergänge und darüber hinaus noch eine Aufgabe. Das kann ein Hundesport wie Agility, Treibball, Obidience, Apportieren, Tricks oder Crossdogging sein. Oder sogar die Aufgabe, etwas zu hüten. Das müssen keine Schafe sein. Etliche Besitzer lassen ihren Border Collie Laufenten hüten.

Konsequentes Verhalten erleichtert das Zusammenleben mit dem Border Collie, denn er ist intelligent genug, um bei jeder Inkonsequenz anzusetzen und sich Freiräume zu erobern, die wir ihm vielleicht gar nicht gewähren wollten. Das Futter sollte dem Bedarf eines agilen und bewegungsfreudigen Hundes entsprechen und dementsprechend protein- und energiereich sein.

Der Border Collie liebt die Natur

Typische Border Collie Krankheiten

Eine Border Collie Erbkrankheit ist CEA (Collie Eye Anomaly). Dabei handelt es sich um eine Fehlbildung der Aderhaut und Netzhaut des Auges. Meistens führt diese Erkrankung nur zu einer verminderten Sehkraft, schlimmstenfalls könnte es aber zu einer vollständigen Erblindung kommen.

Der MDR1-Defekt ist eine weitere Krankheit die beim Border Collie vererbt werden kann. Bei dieser Erkrankung ist die Blut-Hirn-Schranke durchlässig für bestimmte Medikamente und es kann zu heftigen neurologischen Reaktionen bis hin zum Tod bei der Anwendung von gewissen Antiparasitika, Antibiotika, Durchfallmittel oder Zytostatika kommen.

Eine weitere Erbkrankheit lauert in der Verpaarung von zwei Merle Hunden. Wenn das Merle Gen von beiden Elterntieren an die Welpen weitergegeben wird, führt das häufig zu Taubheit und Augenproblemen, die Welpen bleiben kleiner und entwickeln sich langsamer als ihre Geschwister und sterben früher. Deshalb ist eine Merle-Merle-Zucht verboten.

Dieser Border Collie ist bereits etwas älter

Pflegeaufwand des Border Collie

Ein Border Collie hat ein dichtes Fell mit viel Unterwolle. Das hält ihn im Winter warm und isoliert im Sommer gegen Sonneneinstrahlung. Ein draußen lebender Border Collie hat selten Fellprobleme. Bei unseren Hunden, die meistens im Haus gehalten werden, kann es zu stärkerem Haaren kommen. Um viele herumfliegende Haarbüschel in der Wohnung zu verhindern, ist es sinnvoll, die Hunde mehrmals in der Woche oder auch täglich zu bürsten.

Dabei können auch gleich die Augen und Ohren, die Zähne und die Pfoten überprüft werden. Die Ohren können mit einem feuchten Tuch gereinigt werden. Aber niemals mit Wattestäbchen in den Gehörgang fahren, sondern nur die Ohrmuscheln reinigen. Alles andere ist Sache des Tierarztes, falls der Gehörgang stark verschmutzt ist, könnte auch eine Ohrenentzündung vorliegen.

Ein Border Collie muss nicht gebadet werden. Im Winter sollten nach einem Spaziergang die Pfoten mit warmem Wasser abgewaschen werden, um sie vor der Einwirkung von Streusalz zu schützen. Wenn es nötig ist, können sie anschließend mit einer Fettcreme behandelt werden.

Ein Border Collie ist sehr aktiv.

Die Geschichte des Border Collies

Der Border Collie stammt aus Großbritannien. Er wurde im englisch-schottischen Grenzgebiet gezüchtet, daher auch der Name. Border ist das englische Wort für Grenze. Ursprünglich ging es darum, einen guten Arbeitshund für das Hüten der Schafherden zu züchten, es wurde nur auf die Fähigkeiten, nicht auf das Aussehen geachtet. Der Border Collie hat seinen Ursprung im Jahre 1893.

Damals wurde der Rüde Old Hemp geboren, der überragend gute Hüteeigenschaften hatte. Die Hunde traten in sogenannten Sheepdogtrails gegeneinander an und Old Hemp verlor nie einen Wettbewerb. Er zeugte mehr als 200 Welpen und viele der heutigen Border Collies gehen direkt auf ihn zurück. Allerdings wurde auch hier noch nicht auf das Aussehen geachtet, sondern nur auf die Qualität als Arbeitshund.

Der Name Border Collie tauchte zum ersten Mal 1915 auf. James Read, der Geschäftsführer der ISDS (International Sheepdog Society), gab der Rasse diesen Namen, um sie von anderen Collies zu unterscheiden. Ein Standard für das Aussehen dieser Rasse wurde allerdings erst 1976 von der FCI (Fédération Cynologique Internationale)mit Anerkennung dieser Rasse festgelegt.

Der Border Collie – Fazit

Der Border Collie ist ein toller Hund für aktive Familien. Wir hoffen, dass Dir dieser Artikel gefallen hat. Falls Dir Informationen fehlen, freuen wir uns über Deinen Kommentar in der Kommentarbox unter diesem Artikel. Weitere interessante Artikel zu unterschiedlichen Hunderassen findet ihr hier.