Du möchtest Deinen Hund alleine lassen? Damit sowohl der Zustand der Wohnung als auch die Gesundheit des Hunds nicht gefährdet werden, müssen verschiedene Vorbereitungen getroffen. In diesem Artikel geben wir Dir die wichtigsten Tipps für das richtige Training (1. Teil) und die perfekte Vorbereitung (2. Teil). Falls Du eher wissen möchtest, wie lange ein Hund alleine bleiben kann, wirst Du hier fündig.


Hund alleine lassen – das Training

Das Welpenalter

Wenn der Welpe von Anfang an nichts Schlechtes oder Dramatisches mit dem Alleine-sein assoziiert, wird es nie zu unangenehmen Situationen kommen. Hat sich der Welpe die ersten Tage gut im neuen Zuhause eingelebt, sollte man sofort mit dem Training beginnen. Schon nach einer Woche mit dem Tier kann und sollte damit begonnen werden.

Nun ist es aber wichtig, dass man nicht sofort 8 Stunden von daheim wegbleibt, sondern die Zeit langsam und kontinuierlich steigert. Dies funktioniert auch mit einem älteren oder adulten Hund. Wichtig ist nur, dass zuvor eine gute Vertrauensbasis zwischen Hundehalter und Vierbeiner aufgebaut wurde.

Das Schritt-für-Schritt Training

Zu Beginn reicht es, wenn man nur das Zimmer verlässt und die Türe hinter sich schließt. So sieht man schon die ersten Reaktionen des Hundes. Wichtig ist, dass der Hund sein Herrchen oder Frauchen auch nicht hört. Den Hund im Flur aussperren, während in der Küche mit Geschirr geklappert wird, ist also nicht hilfreich.

Der Hundehalter geh nun, ohne sich großartig vom Hund zu verabschieden, in das andere Zimmer. Während der Vierbeiner nun im Wohnzimmer oder Flur ist, legt man sich am besten aufs Bett und lauscht. Nach 5 bis 10 Minuten kommt Herrchen oder Frauchen wieder ins Zimmer zurück.

Übertriebene Wiedersehensfreude ist nicht angebracht. Dem Tier sollte eine absolute Selbstverständlichkeit vermittelt werden. Wenn dies problemlos klappt, kann man zum nächsten Schritt übergehen.

Bei der nächsten Stufe des Trainings geht Herrchen nur vor die Türe. Sobald die Haustüre zugezogen ist, setzt man sich wieder auf den Lauschposten. Die Intervalle, den Hund so kontrolliert alleine zu lassen, werden nun ausgedehnt. Aus den anfänglichen 5 Minuten werden 30 Minuten und das Herrchen kann auch getrost einen kleinen Gang zum Bäcker ums Eck oder zum Nachbarn wagen.

Wichtig ist während des gesamten Trainings, dass niemals viel Aufsehen bei der Rückkehr veranstaltet wird. Dem Hund muss ein Gefühl von Normalität vermittelt werden. Es darf nichts Aufregendes oder Außergewöhnliches sein, wenn Herrchen und Frauchen das Zuhause verlassen und wieder zurückkehren.

Hunde haben keinen ausgeprägten Zeitsinn. Nachdem das Training von 5 Minuten auf 35 Minuten ausgedehnt wurde und alles reibungslos klappt, macht es für den Hund keinen Unterschied, ob man nun eine Stunde oder drei Stunden wegbleibt.

Auspowern und Routinen

Viele Hunde entwickeln sehr rasch einen eigenen Rhythmus. Nach einer Stunde voll Spiel und Spaß wird gefressen und anschließend geschlafen. Diesen Rhythmus macht man sich beim Training zu nutze. Nach einer ausgedehnten Runde oder einem aufregenden Spiel gibt es Futter und die kleine Fellnase wird nun in sein Körbchen oder auf seinen Schlafplatz geschickt.

Nun sollte der Hundehalter ebenfalls ohne viel Worte das Haus verlassen. Ist der Hund an diesen Rhythmus gewöhnt, wird er kaum merken, dass er nun alleine gelassen wird, denn für ihn ist nun regulär Schlafenszeit und alles andere dürfte ihn kaum interessieren.

Diese gewollte Schlafenszeit nach Spiel, Spaß und Futter kann ebenfalls zuvor konsequent trainiert werden. Der Hundehalter muss nur jedesmal den Ablauf ganz korrekt einhalten. Nach dem Auspowern gibt es Fressen und der Hund wird anschließend auf seinen Schlafplatz geschickt.

Nun den Hund auch nicht ablenken oder bei sich auf dem Sofa liegen lassen, sondern ihn ganz strikt auf jenen Platz schicken, von dem man sich wünscht, dass er sich dort auch während der Abwesenheit vermehrt aufhalten soll.

Hund alleine lassen

Alles eine Frage der Emotion

Ganz egal auf welcher Stufe des Trainings Sie sich befinden. Das Alleine-lassen darf niemals mit einer negativen Emotion oder einem Ausnahmezustand behaftet werden.

Weder bei der Verabschiedung noch bei der Heimkehr sollte man dem Hund ein Gefühl von Schuldbewusstsein vermitteln. Sicher tut es dem Hundehalter in der Seele weh, wenn er seinen geliebten Vierbeiner alleine lassen muss, doch das darf auf keinen Fall gezeigt werden.

Mitleidige Worte und Trost sind hier absolut kontraproduktiv. Alles läuft nur über Ruhe und Selbstverständlichkeit.


Hund alleine lassen – die perfekte Vorbereitung

Fluffis Geheimtipp

Manche Tiere, egal ob Welpe oder ausgewachsener Hund, leiden unter Trennungsängsten. Oft hilft es, wenn man dem Tier ein getragenes T-Shirt, welches genau für diese Zwecke abgegeben wird, ins Körbchen legt.

Nun hat der Hund den vertrauten Geruch in unmittelbarer Nähe, was ihm ein Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit vermittelt. Ein Hund, der sich wohl fühlt, schläft auch gut.

Der perfekte Schlafplatz

Zudem ist es wichtig, den richtigen Schlafplatz auszuwählen. Am besten eignet sich ein sehr ruhiger Ort, der möglichst wenig Ablenkung bietet. Es sollte kein Lärm von der Straße oder vom gemeinschaftlichen Treppenhaus zu hören sein. Denn jedes Mal, wenn der Vierbeiner ein Geräusch von außen hört, wird er aufschrecken und auch bellen oder winseln.

Viele Hunde kommen außerdem besser zur Ruhe, wenn die Wohnung leicht abgedunkelt wird. Schon das Zuziehen der Vorhänge kann als Ritual genutzt werden, welches für den Vierbeiner „ab ins Körbchen“ bedeutet.

Auch das kann trainiert werden: Vorhang zu und Kommando auf den Schlafplatz wird immer wieder geübt, bis es eine Selbstverständlichkeit ist.

Den Hund alleine lassen - ein Rückzugsort kann helfen.

Die Box als Rückzugsort nutzen

Viele Fellnasen lieben die Geborgenheit und Sicherheit, die eine Box bietet. Dies sollte man beim Training nutzen. Wichtig ist, dass die Box aber nicht verschlossen wird und der Hund es nicht als Strafe, sondern als Ruhephase an seinem liebsten Rückzugsort empfindet.

Das funktioniert auch sehr gut, wenn er in seiner Box immer ein besonderes Leckerli oder Spielzeug bekommt. Ein gefüllter Kong, ein großer Kauknochen oder ein Ochsenziemer beschäftigen das Tier und der Hund verknüpft das Alleine-sein mit einer angenehmen Empfindung.

Die Wohnung bzw. das Haus perfekt vorbereiten

Oft ist es natürlich so, dass der Hund, auch wenn das Training optimal geklappt hat, nicht ständig in seiner Box oder auf seinem Schlafplatz liegen bleibt. Hunde sind neugierig und gerade wenn sie alleine sind, wird der Entdecker im Tier wach. Die Neugierde plagt den Hund und er erkundet die Wohnung oder das Haus. Darum ist es absolut wichtig, dem Tier während der Abwesenheit nur Räume zugängig zu machen, die keine Gefahr für den Vierbeiner bergen.

Dabei sollte man sowohl auf Räume und Zimmer achten, in denen er gefährliche Sachen finden und diese anknabbern könnte. Auch sollte man das Tier in keine Räumen lassen, in welchen er sich durch wildes Herumspringen verletzen könnte.

Auch sollten sämtliche Versuchungen außer Reichweite gebracht werden. Wer seinen Hund alleine lässt, aber den Kuchen leicht zugänglich am Wohnzimmertisch präsentiert, der darf sich nicht wundern, wenn bei der Rückkehr nur mehr Krümel zu sehen sind.

Auch sollte keine Kugelschreiber, Haarbänder aus Kunststoff oder sonstige Dinge herumliegen, an denen sich die Fellnase in der Abwesenheit von Herrchen oder Frauchen verletzen kann.

Auf keinen Fall sollten Gläser auf dem Tisch stehen gelassen werden, die der Hund eventuell hinunterschmeißen könnte. Die Gefahr, dass sich der Vierbeiner an den Scherben verletzt, ist sehr hoch. Darüber hinaus soltlen auch keine Plastiktüten herumliegen gelassen werden, an denen das Tier beim Spielen ersticken könnte.

Wenn man den Hund alleine zu Hause lässt, sollte die Wohnung absolut sicher sein. Jeder Hundehalter ist für das Wohl und die Gesundheit seines Tieres verantwortlich. Das Haus sollte genauso sicher sein, als würde man ein Kind alleine zu Hause lassen.

Auch geöffnete Fenster bergen eine Gefahr, gerade wenn sich die Wohnung in oberen Stockwerken befindet. Hunde sind neugierig und gerade wenn die Bezugsperson nicht daheim ist, wird der Hund stets gucken, wo diese denn bleibt. Auch lässt ein geöffnetes Fenster zu viele Geräusche und Ablenkungen von außen zu.

Das Tier muss natürlich vor dem Alleine-sein die Möglichkeit haben, sein Geschäft zu verrichten. Der Hund darf nicht zusätzlich in Nöte gebracht werden, weil die Blase drückt. Ein Hund, der sein Geschäft aus Not im Haus verrichten musste, wird das Alleine-sein stets als unangenehm empfinden.

Auch muss immer frisches Wasser für den Hund zugänglich sein. Durst während des Hund alleine lassen, lässt den Hund immer in Panik geraten, wenn Herrchen nun das Haus verlässt.


Den Hund alleine lassen – Zusammenfassung

  • Training in kleinen Schritten beginnen
  • Die Intervalle vergrößern
  • Den Hund auspowern
  • Rituale angewöhnen
  • Für Ablenkung sorgen
  • Rückzugsort schaffen
  • Normalität vermitteln
  • Gefahrenzonen beseitigen

Das Wichtigste beim Training ist, dass das Tier absolutes Vertrauen hat und sich immer darauf verlassen kann, dass Herrchen oder Frauchen stets verlässlich zurückkehren.

Hat man langsam mit dem Training angefangen, dies stets gesteigert, alle Gefahrenquellen aus der Welt geschafft und dem Hund einen ruhigen Rückzugsort erschaffe (alles unter dem Aspekt der Normalität), klappt es auch mit dem Alleine-lassen.

Nur in den seltensten Fällen sind Hunde so traumatisiert, dass sie nicht alleine gelassen werden können. Auch bei dem schwierigsten und ängstlichsten Charakter hilft es, absolutes Vertrauen aufzubauen.

Zum Ende noch eine Video-Empfehlung der Redaktion: