Der Hund frisst nicht und die Futterverweigerung dauert länger als 24 Stunden an? Jetzt gilt es der Sache auf den Grund zu gehen. Oft findet man die Ursache schnell und kann Abhilfe schaffen. Manches Mal steckt aber ein größeres medizinisches Problem dahinter und nur ein Tierarzt kann weiterhelfen.

Hier werden nun einige Gründe vorgestellt, warum der Hund sein Futter verweigern könnte und hilfreiche Tipps gegeben, wie man das Problem in den Griff bekommen kann.

Hund frisst nicht – Gründe und Lösungen


1. Das Futter passt nicht

Gerade bei Hunde-Neulingen kommt es häufig vor, dass lediglich das falsche Futter besorgt wurde. Zieht ein ausgewachsener Hund neu ein, so ist dies selten der Grund. Es kommt meist nur bei Welpen vor, dass Hundehalter trotz ausgiebiger Information das falsche Futter anbieten. Manche Welpen, gerade wenn sie frisch und eventuell zu jung vom Züchter kommen, sind noch nicht an feste Nahrung gewöhnt.

Hier sollte zuerst das Trockenfutter gegen Welpenfutter aus der Dose getauscht werden. Dieses Nassfutter oder auch fein gehacktes, rohes Fleisch kann zu Beginn noch mit etwas Welpenmilch vermengt werden. Möchte man unbedingt Trockenfutter geben, so sollten die Croquets eher klein und nicht zu hart sein. Gerade Welpen können super hartes Trockenfutter noch nicht gut kauen und verlieren durch die große Anstrengung regelrecht den Appetit.

Hund frisst nicht? Dies kann durchaus am falschen Futter liegen.


2. Der Hund frisst nicht, weil er nicht zur Ruhe kommt

Wie auch wir Menschen, wollen Hunde in Ruhe fressen. Dabei ist es wichtig, dass der Vierbeiner einen fixen Platz hat, an dem er sein Futter genießen darf. Er sollte nicht durch lauten Krawall und auch nicht von spielenden und lärmenden Kindern gestört werden. Auch wollen viele Hunde nicht fressen, wenn ihre Kameraden in der Nähe sind.

Gerade bei Mehr-Hundehaltung ist es wichtig, dass jedes Tier einen eigenen Futternapf besitzt. Auch wenn manche Hunde tadellos gemeinsam aus einem Napf fressen können, wird durch ständiges darauf Achten, dass kein anderer Hund das eigene Fressen wegschnappt, die Ruhe und somit der Genuss des Fressens empfindlich gestört. Manch Vierbeiner frisst dann lieber gar nicht, als sich über knurrende und schnappende andere Hunde zu ärgern.

Ein eigener Platz zum Fressen ist wichtig.


3. Der Hund ist mäkelig

Ja, auch unter Hunden gibt es Feinspitze und manche Vierbeiner verweigern regelrecht bestimmte Sorten. Für diese Verweigerung ist meist der Hundehalter selbst verantwortlich und es resultiert daraus, dass das Futter bisher vielleicht zu häufig gewechselt wurde und der Hund nun ständig nach Neuem fragt. Ein Hund ist von Natur aus nicht mäkelig und benötigt auch keine abwechslungsreichen Mahlzeiten, solange alle Nährstoffe, die er braucht, in seinem Futter enthalten sind.

Hat man das ideale Hundefutter gefunden, welches das Tier auch gut verträgt, so ist das Wechseln absolut nicht nötig. Eine weitere Ursache, dass der Hund mäkelig ist und sein Futter nicht anrührt ist, dass er zu viele Leckerlis erhalten hat oder sogar zu viel Menschen-Essen vom Tisch erhalten hat. Lässt man Leckerlis und zusätzliches Futter weg, so wird der Hund rasch sein Futter wieder wie gewohnt verschlingen. Auch hilft oft ein Diät-Tag pro Woche, um den gesunden Appetit des Tieres zu regulieren. Viele Hunde, die gerade nicht fressen wollen, sind schlichtweg satt.

Häufig fressen Hunde, die zu häufig menschliches Essen bekommen, nichts.


4. Der Welpe ist im Zahnwechsel und frisst nicht

Auch Welpen verlieren zwischen dem 3. und 6. Monat ihre Milchzähnchen. Durch den Druck auf den Milchzahn, den der neue Zahn ausübt, kann es zu Schmerzen kommen und der Hund frisst nicht. Mit gekühlten Kauspielzeugen kann dem Tier Linderung verschafft werden. Auch kann das gewohnte Trockenfutter vor den Mahlzeiten mit Wasser aufgeweicht werden.

Während des Zahnwechsels benötigt der Welpe auch einige Extra-Streicheleinheiten und ganz viel Zuwendung. Hält die Appetitlosigkeit aber länger an, so sollte man den Tierarzt aufsuchen. Dieser kontrolliert, ob die Zähne auch ordnungsgemäß nachwachsen. Oft machen ein Zahn, der schief nachwächst, oder ein Milchzahn, der sich nicht lockern will, enorme Probleme.

Zahnende Welpen fressen nicht sehr gerne.


5. Die Pubertät – durch Futterverweigerung die Grenzen testen

Ab etwa dem 7. Lebensmonat kommen auch Welpen in die Pubertät. Diese äußert sich, wie beim Menschen auch, oft durch flegelhaftes Verhalten. Die Vierbeiner testen nun ihre Grenzen aus und gucken tagtäglich, wie weit sie gehen können. So wird auch häufig das Futter verweigert, um eventuell zusätzliche Leckerlis, vermeintlich besseres Futter oder einfach zusätzliche Aufmerksamkeit zu erhalten.

Ist die Pubertät Schuld an der Appetitlosigkeit, so hilft nur Konsequenz. Strenge Futterzeiten müssen nun eingehalten werden. Frisst der Vierbeiner seine Mahlzeit nicht innerhalb einer halben Stunde, so kommt der Futternapf samt Inhalt sofort wieder weg. Nicht vergessen, ausreichend Wasser bereitzuhalten. Natürlich darf man dem Hund nun keine Leckerlis und auch keine Wurststückchen, Käse oder Sonstiges anbieten.

Ein gesunder Hund, der nur seine Grenzen austesten will, wird schon nach einem Tag sein Futter wie gewohnt fressen. Wichtig ist, dass das Fütterungsritual über einen langen Zeitraum konsequent durchgezogen wird.

Auch in der Pubertät frisst der Hund nicht immer.


6. Appetitlosigkeit – wenn die Hormone tanzen

Läufige Hündinnen und auch Scheinschwangerschaften führen oft zu Appetitlosigkeit. Auch sind Rüden nicht sehr hungrig, wenn sich eine läufige Hündin in unmittelbarer Umgebung befindet. Hält man ein gemischtes Rudel, so ist es ratsam,  Rüden und Hündinnen räumlich zu trennen. So lange der Rüde den verführerischen Duft der läufigen Hündin in der Nase hat, wird er sein Futter nicht anrühren und hat nur seine schöne Freundin im Kopf.

Manche Rüden magern in dieser Phase regelrecht ab. Ratsam ist es, die Hunde an einem ruhigen, abgeschiedenen und neutralen Ort zu füttern und Trockenfutter für Zwischendurch bereitzustellen. Hündinnen, die läufig oder scheinschwanger sind, benötigen während dieser Zeit extra viel Zuneigung. Dann klappt es auch wieder mit dem Fressen. Viele Hündinnen nehmen während dieser Periode auch gerne ihr Futter nur von Frauchens oder Herrchens Hand.

Verliebte Hunde fressen nicht gerne während ihrer Läufigkeit.


7. Sensible Hunde und die Appetitlosigkeit

Hunde sind unglaublich sensibel und trauern bei der Verlust von Räumlichkeiten und Personen. Räumliche und personelle Veränderungen können ebenfalls daran Schuld sein, dass der Vierbeiner nicht fressen will. Nach einem Umzug sollte man die Hunde aber nicht übermäßig bedauern, sondern ihnen das Gefühl geben, dass alles in Ordnung ist.

Auch nach dem Verlust einer geliebten Person oder eines Spielkameraden sollte man das Tier nicht übermäßig in seiner Trauer bestärken, sondern ihm stets Sicherheit bieten. Sobald der Vierbeiner bemerkt, dass diese neue Situation durchaus okay ist, kommt auch der Appetit zurück.

Auch traurige Hunde haben nicht den größten Appetit.


8. Hund frisst nicht: Bauchschmerzen oder Unwohlsein als Ursache

Wenn der Bauch grummelt und der Hund sich erbrochen hat, dann hat er verständlicherweise auch keinen Appetit. Unbedingt sollte sofort eine schwerwiegende Ursache (wie zum Beispiel eine Vergiftung) ausgeschlossen werden. Dazu muss ein Tierarzt aufgesucht oder zumindest angerufen werden. Auf keinen Fall darf man ein Tier nun dazu zwingen, sein Futter zu essen.

Macht man dies, besteht die Gefahr, dass der Hund nun stets ein ungutes Gefühl mit diesem Futter verbindet. So wird er das Futter, auch nachdem die Krankheit überstanden ist, nicht mehr anrühren. Hat der Hund Bauchschmerzen oder Durchfall, sollte man ihm Diätnahrung anbieten. Am besten eignet sich bei Durchfall eine Morosche Karottensuppe, die auch mit etwas gekochtem Hühnchen verfeinert werden kann. Diese wird gerne angenommen.

Sollte sich der Durchfall aber nicht bessern, muss unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen.

Hund hat Durchfall und ist sehr müde


9. Zahnschmerzen oder Entzündungen im Maul als Grund für Appetitlosigkeit

Entzündungen im Maul können ebenfalls dazu führen, dass der Hund sein Futter verweigert. Wie auch Menschen wollen Tiere nicht fressen, wenn ihnen dies Schmerzen bereitet. Zahnstein ist eine häufige Ursache für Entzündungen des Zahnfleisches. Hier verschafft ein Blick ins Maul des vierbeinigen Lieblings sofort Klarheit.

Entzündete rote Stellen können akut mit Kokosöl und homöopathischen Globuli behandelt werden. Über kurz oder lang sollte der Zahnstein aber vom Tierarzt entfernt werden. Darum ist es sehr wichtig, auf die Zahnhygiene des Hundes zu achten. Wenn sich der Vierbeiner nicht die Zähne putzen lässt, helfen auch spezielles Kauspielzeug und Kauknochen bei der Zahnpflege.

Die Gabe von Schalen einer grünen Kokosnuss oder auch Zuckerrohr sind natürliche, beliebte und wirksame Methoden, um Zahnstein zu verhindern. Auch sollte darauf geachtet werden, dass der Hund nicht ausschließlich weiches Futter erhält. Durch das Beißen und Kauen von härteren und größeren Croquets kann Zahnstein ebenfalls wunderbar verhindert werden.

Hund frisst nicht - Gründe und was man dagegen tun kann?

 


10. Kein Appetit wegen einer Schilddrüsen-Unterfunktion

Die sogenannte Hypothyreose kommt meist bei größeren Hunden wie Boxer, Retriever und Riesenschnauzer vor. Man erkennt diese Krankheit beim Hund nicht sofort. Folgende Symptome weisen aber darauf hin: Der Hund frisst nicht und ist antriebslos, das Fell hat keinen Glanz und wirkt stumpf.

Bemerkt man dies, sollte man sofort zum Tierarzt, denn eine Schilddrüsenunterfunktion kann nur durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden. Diese Krankheit muss unbedingt behandelt werden. Betroffene Hunde sollen auch mit einer speziellen Nahrung mit ausgewogenem Jodgehalt gefüttert werden.


Fazit: Hund frisst nicht

Generell sollte sich jeder Hundehalter bewusst sein, dass ein gesunder Hund niemals vor einem gut gefüllten Hundenapf verhungern wird. Sobald der Vierbeiner wirklich Appetit hat, wird er sich auch über das Futter hermachen. Ist dies über einen längeren Zeitraum nicht der Fall, so liegt meist eine medizinische Ursache vor und der Tierarzt sollte die erste Anlaufstelle sein.