Hundesprache hat unglaublich viele Facetten. Um die Hundesprache deuten zu können, benötigt man eine gewisse Hingabe zum Tier, etwas Feingefühl und ganz viel Liebe.In diesem Artikel geben wir Dir die notwendige Hilfestellung, um die Körpersprache der Hunde verstehen zu können.

Hundesprache verstehen – was bedeutet was?


Knurren, Zähne zeigen und Fletschen


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Knurren, Zähne fletschen, das Fell sträuben und die Nase kräuseln sind untrügerische Anzeichen dafür, dass dem Hund etwas gehörig gegen den Strich geht.


Aufgestellte Ohren

In der Hundesprache zeigen aufgestellte Hundeohren Interesse.

Stellt der Vierbeiner in der Hundesprache die Ohren auf, so drückt er ganz spezielle Emotionen damit aus. Gespitzte Ohren sagen: „Ich höre alles“, und dabei sagt er uns ganz genau, dass er sowohl die Chipstüte erkannt hat, die soeben geöffnet wurde, als auch Herrchen oder Frauchen, die gerade zwei Stock tiefer die Autotüre ins Schloss geworfen haben.

Gespitzte Ohren verraten uns auch, dass im unmittelbaren Umfeld gerade irgendetwas Außergewöhnliches vor sich geht. Sei es ein unerwarteter Besucher, ein fremdes Tier, welches am Gartenzaun vorbeihuscht, oder ein ungewöhnliches Geräusch im Haus.


Heftige Sprünge und aufgeregtes Kläffen


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Etwas schwieriger wird es, die Freude über einen anderen Spielkameraden richtig zu deuten. In der Hundesprache drückt sich Freude natürlich durch ausgiebiges Schwanzwedeln aus, aber auch heftige Sprünge, winseln bis hin zu aufgeregtem Kläffen kann in der Hundesprache bedeuten: “ Ich mag den anderen Hund, ich will mit ihm spielen und toben.“


Hundesprache Lecken

Hundesprachen Lecken kann viele Bedeutungen haben.

In der Hundesprache bedeutet das Ablecken auf jeden Fall Zuneigung. Schon als Welpe erfahren die Hunde die Liebe der Hundemama durch ausgiebiges Abschlabbern. Leckt der Hund zum Beispiel das Kleinkind der Familie ständig ab, so bedeutet das in der Hundesprache, dass er sich um das Kleine genauso sorgt, wie die menschlichen Eltern.

Oft bedeutet das Ablecken der Hände in der Hundesprache auch: „Ich habe Hunger“. Gerade bei sehr wohlerzogenen Hunden, die nicht zum Betteln neigen, ist dies ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl, doch endlich mit ein paar Leckerlis rauszurücken.

Auch ist es dem Hund wichtig, dass der gesamte Rudel gleich riecht. Dies ist ein Urinstinkt und diente damals der Sicherheit. Durch das Ablecken tarnt der Vierbeiner sozusagen seinen 2-beinigen Herdenführer.

Hygiene-technisch muss es jeder für sich selbst halten, obwohl gesagt sein sollte, dass eine nasse Hundeschnauze und eine raue Hundezunge garantiert viel hygienischer und reiner ist als so mancher Gegenstand, den man im Laufe des Tage berührt.


Hundesprache Gähnen

Hundesprachen Gähnen kann wie bei den Menschen Müdigkeit bedeuten.

Auch in der Hundesprache gähnen die Tiere, wenn sie kurzfristig müde sind oder gerade an etwas Sauerstoffmangel leiden. Es kann also eine eindringliche Aufforderung sein, die Terrassentüre zu öffnen und den Startschuss zur Gassirunde zu geben.

Auch gähnen viele Hunde gerne, wenn sie gerade überlegen, was sie als nächstes machen sollen. Es dient als Art Kunstpause und wird auch gerne von ausgiebigem Strecken und Dehnen begleitet.

Gähnen in der Hundesprache kommt auch in Momenten der Verlegenheit zum Einsatz und in Situationen, in denen sich der Vierbeiner nicht sicher ist, ob ihm diese zusagt oder nicht. So gähnt der Hund zum Beispiel, wenn er erfolglos eine Statue verbellt hat oder wenn er vom Sofa geschubst wird.

Gähnen bedeutet in der Hundesprache also auch Überspielen der Scham. Auch ein Vierbeiner, der soeben beim Stibitzen der Schnitzel vom Küchentisch erwischt worden ist, kommt dem wahrscheinlich sofort schimpfenden Herrchen mit einem riesig gähnenden Maul entgegen.


Rückenlage

Hunde die auf dem Rücken liegen wollen häufig gestreichelt werden

In der Hundesprache ist es ein besonderes Zeichen, wenn sich der Hund auf den Rücken legt und seinen Bauch schutzlos und entblößt zeigt. Dies bedeutet auf jeden Fall, dass sich der Hund pudelwohl und geborgen fühlt.

Diese Position bedeutet in der Hundesprache aber auch Unterwürfigkeit. Sobald zwei Hunde einen Rivalitätskampf ausfechten, unterwirft sich der vermeintlich schwächere und dreht sich als Zeichen der Aufgabe auf den Rücken. Dies bedeutet in der Hundesprache soviel wie: „Ich schwenke die weiße Fahne“.

Ein Hundehalter, der stets einen entspannt liegenden Vierbeiner neben sich oder zu seinen Füßen vorfindet, kann sich sicher sein, ziemlich viel in der Erziehung und vor allem in der Vermittlung von Vertrauen und Partnerschaft richtig gemacht zu haben.In der Hundesprache bedeutet der dem Menschen entgegengestreckte Bauch aber auch ein intensive Aufforderung nach Streicheleinheiten.


Springen und Aufreiten


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Will ein Hund die dominante Rolle übernehmen, so springt er häufig auf und versucht auch sein Herrchen oder Frauchen durch Aufreiten unterzuwerfen. Was bei einem kleinen Hündchen anfangs sehr niedlich wirken kann, entwickelt sich mit der Zeit garantiert zu einem Problem. Denn ein Vierbeiner, der sich nicht strikt seinem Halter unterwirft, ist eine lauernde Gefahr.

Sobald der Hund denkt, er selbst sei der Chef, lässt er sich im Ernstfall weder abrufen, noch hört er auf Kommandos, die im Zweifelsfall dramatisch ausgehen können. Zeigt uns unser treuer Gefährte also in seiner Hundesprache, dass er noch ein kleiner Flegel ist, so muss man ihn konsequent, aber liebevoll erziehen.


Trockene Nase, Kratzen und Energielosigkeit

Eine trockene Hundenase kann ein Indikator für eine Krankheit sein

Anhand des alten Sprichwortes: „kalte und nasse Schnauze – gesunder Hund“, kann man sich tatsächlich sehr gut orientieren. Das bedeutet nun nicht, dass ein Hund, hat er ab und an eine warme, trockene Schnauze, krank ist. Aber in Kombination mit schlaffem und müdem Verhalten ist dies ein offensichtlicher Hinweis.

Ständiges Kratzen oder Lecken an der Pfote, am Auge oder am Hinterteil sollte man unbedingt ernst nehmen und kontrollieren. Auch wenn der Hund energielos und geschwächt herumliegt, ihn nicht einmal seine Leckerlis unter der Couch hervorholen, dann erzählt uns der Vierbeiner in seiner Hundesprache ebenfalls, dass etwas nicht in Ordnung ist.


Schwanzbewegungen

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Es gibt in der Hundesprache Bilder, die man automatisch mit bestimmten Gefühlen und Emotionen in Verbindung bringt. So ist das Schwanzwedeln meist wirklich ein Zeichen von Freude. Kommt man nach kurzer oder längerer Abwesenheit wieder nach Hause, so denkt man oft, der Hund müsse bald wie ein Helikopter abheben, so sehr wedelt er vor Freude mit dem Schwanz.

Doch Hunde wedeln auch mit dem Schwanz, wenn sie beim Spielen einen Kameraden locken oder triezen möchten. Auch ist der eingezogene Schwanz ein eindeutiges Zeichen für Angst. Gerade Hunde aus schlechter Haltung haben sich dies Schwanzhaltung angewohnt. Nur durch viel Liebe, konsequentes Training und dem immerwährenden Beweis, dass man dem Tier nichts Böses möchte, bekommt man dieses Verhalten weg.

Auch ist es witzig zu beobachten, wenn der Vierbeiner in seiner Hundesprache Stolz ausdrücken will. Eitel marschiert der Vierbeiner mit hoch aufgestelltem Schwänzchen an anderen Artgenossen vorbei.


Augen

Wer Hundesprache verstehen will, sollte besonderen Fokus auf die Augen der Hunde legen.

Sitzt man mit seinem Vierbeiner auf der Couch und blickt ihm tief in die Augen, so spricht all die Liebe und all das Vertrauen aus der Seele des Tiers. Diese treuherzigen Blicke sagen aber auch:“Streichle mich, bring mir ein Leckerli und schön dass es dich gibt“. Auch die Augen sind ein wichtiges „Sprachrohr“ der Hundesprache.

Kleine Augen, die unruhig umherwandern, verraten Angst, während immer größer werdende Augen ein sicheres Zeichen für aufkeimende Aggression oder Stress sein können. Diese immer größer werdenden Augen kann man auch beobachten, wenn man eine besonders leckere Mahlzeit genießt und der Hund ach so gerne einen Bissen davon abhaben möchte.

Ein warnender Blick ist das sogenannte Walauge, bei dem man einen Großteil des weißen Anteils des Auges zu sehen bekommt. Mit diesem Blick bedenkt der Vierbeiner meist seine Umgebung, wenn er beim Fressen ist oder sich merklich unwohl fühlt. Bemerkt man diesen speziellen Blick, sollte man den Hund unbedingt in Ruhe lassen, und ihm an einem stillen Rückzugsort Zeit zum Relaxen gönnen.


Das war unser Artikel über die Hundesprache. Wer die Hundesprache verstehen will, muss sich lange mit seinem Hund auseinandersetzen und die individuellen Signale richtig interpretieren. Unterstützung gibt es dafür beispielsweise von professionellen Hundetrainern.

Ein sehenswertes Video zum Thema findet ihr hier: